Traumafolgestörungen



Wenn die Verarbeitung einer traumatischen Erfahrung nicht vollständig von alleine gelungen ist, dann treten Folgen für Körper, Seele, Geist, Verhalten oder unseren Beziehungen auf. Die Auswirkungen von Traumata können sich auf allen Ebenen eines Menschen niederschlagen und in ihrer Art unterschiedlich auswirken. Dazu kann es eine Rolle spielen,  welche Form von Gewalt erlebt wurde, welches Alter man hatte, welchem Geschlecht man angehört, ob Verletzungen und Drohungen stattfanden und vieles mehr.

Bitte beherzigen Sie, daß die im Folgenden aufgezählten Strategien, Symptome und Verhaltensweisen sich entwickelten und von Ihnen angewendet werden, um dem psychischen Überleben zu dienen und Ihnen zu helfen. Die hier aufgelisteten Belastungsreaktionen stellen sich nicht bei allen Menschen gleichermaßen ein.

seelisch
dauerhafter Übererregungszustand (Hyper-Arousal/ Kampf-Flucht-Modus); starkes Empfinden von Scham, Schuld und innerer Wertlosigkeit; Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit; tiefe Traurigkeit; chronisches Gefühl von Bedrohtsein; unkontrollierbare Gefühlsausbrüche das Gefühl, neben sich zu stehen oder alles wie in einem Film wahrzunehmen; Amnesien (Gedächtnisverluste); Verlust des Selbstvertrauens; Gefühl, von niemandem verstanden zu werden; Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit; starke Gefühlsschwankungen; Depressionen; Ängste; Panik; Schlafstörungen; Alpträume; Selbstverletzungen; chronische Selbstmordgedanken

körperlich
Ekel vor dem eigenen Körper; gestörtes oder zerstörtes Körperbild; Empfindungsstörung auf der Hautebene; intime Nähe zu anderen wird als bedrohlich erlebt; der Körper drückt die Gefühle aus in Form von Symptomen; Körpererinnerungen: der Körper erinnert sich und zeigt das in muskulärer Verspannungen oder Schmerzen im gesamten Körperbereich; körperliche Verletzungen; häufige Operationen; häufige Unfälle; chronischer posttraumatischer Stress

geistig
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen; Lernstörungen; vermindertes Interesse in Form von flüchtigen Aktivitäten; Verlust von früheren Überzeugungen; Pseudohalluzinationen; innere Stimmen; plötzlich einschießende Bilder und Filme, die mit dem Trauma verknüpft sind (Intrusionen, Flash-backs); manchmal ist der Gedächtnis-Zugang zu normalen Ereignissen in der Biographie nicht möglich; Zeitverluste im Alltag; Zwangsgedanken

Beziehungen/Verhalten
Unfähigkeit, anderen Menschen wieder vertrauen zu können; Probleme Autoritäten anzuerkennen - sich z.B. einem Arzt  oder Therapeuten „ausliefern“; Angst, wieder zum Opfer zu werden; andere Menschen zum Opfer zu machen; kein Durchhaltevermögen bei der Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen; impulsive Verhaltensmuster; beeinträchtigte Sexualität; Zwangsverhalten; Suchtverhalten; Eßstörungen; plötzlich auftretender Hang zu asozialem Umgang und Verhalten; geringe Frustrationstoleranz

hormonell/neuroanatomisch
die Gehirnaktivität ist permanent auf Alarm geschaltet; Reize von außen werden als auffallend stressig und überfordernd wahrgenommen und deswegen oft gemieden; oder es wird mit sofortiger Angst oder Panik reagiert; Veränderungen bei verschiedenen physiologischen Funktionen, z.B. im Bereich von Hormonen und Neurotransmittern ( = Stoffwechsel des Gehirnes)

 

 

Weitere Informationen über traumatische Erfahrungen


 

Formen der Gewalt

 


Misshandlung, Herabwürdigung und Verletzung einer Person auf psychischer und emotionaler Ebene. Dies kann unbewusst praktiziert werden aufgrund von eigener psychischer Erkrankungen oder Vernachlässigungserfahrungen - oder ein ganz bewusst gewählter Weg mit dem Ziel, den anderen Menschen anzugreifen und psychisch zu zerstören.
Psychische Gewalt wird in der Regel nicht strafrechtlich verfolgt. Sie ist zudem schwer nachzuweisen, da sie meistens in engen sozialen Bezügen ausgeübt wird und äußerlich keine sichtbaren Spuren hinterlässt.

 

Benutzte Mittel können sein:

 

  • Liebesentzug
  • Hass
  • verbale Manipulation
  • Druckausübung
  • starke Diskrepanz zwischen Inhalts- und Bedeutungsebene von     Aussagen
  • Schaffung von "Familiengeheimnissen"
  • Ablehnung
  • Isolierung
  • Demütigung
  • Verunsicherung
  • Drohung
  • Belästigung/Terror/Stalking
  • Abwertung
  • Schaffung von Schuldgefühlen
  • emotionale Erpressung
  • Absprechung von Gefühlen und Bedürfnissen
  • Verwirrung der Wahrnehmung
  • Verantwortlichkeit für "Glück" des anderen
  • Aufstellung von unsinnigen "Regeln"
  • Degradierung
  • Denunzierung
  • Ignorierung
  • Idealisierung
  • Überbehütung
  • Verwöhnung
  • Verachtung
  • Kontrolle
  • Abhängigkeit
  • Verwehrung von Nähe, Halt, Schutz, Geborgenheit, Anerkennung,     Vertrauen, Rückendeckung...
  • Ungerechtigkeit
  • Überforderung, Unterforderung
  • kein Einfühlen in kindliche Bedürfnisse
  • extreme Kontrolle
  • Entzug jeglicher Privatsphäre
  • niemals eine Einsicht / Selbstreflektion
  • Missgunst
  • Neid
  • schüren von Ängsten
  • Verhöhnung

 

verbale und nonverbale Misshandlung / Gewalt

Verletzung und Beleidigung durch Worte und/oder Gesten bezüglich des Aussehens, der Intelligenz, Kompetenz, des Wertes u. ä. eines Menschen.
Kann offen, direkt und gemein daher kommen, oder aber versteckt in Form von "Neckereien", Sarkasmen, beleidigenden Spitznamen, "Witzen", Andeutungen, Lügen und subtilen Abwertungen.

körperliche bzw. physische Misshandlung / Gewalt

Jedes Verhalten, das eindeutig körperlichen Schmerz verursacht, ob es nun Spuren hinterlässt oder nicht, ist eine Misshandlung. Schwerste körperliche Gewalt kann mit der Tötung bzw. Ermordung des Opfers enden. 

sexuelle /sexualisierte Misshandlung / Gewalt

Sexuelle Handlungen oder sexuelle Rhetorik einer Person an/ mit einer anderen Person gegen deren Willen, oft unter Ausnutzung einer Macht- und Autoritätsposition.
Hierzu zählen auch sexualisierte Übergriffe und Gewalt im pseudoreligiösenBereich (ritualisierte Gewalt).

passive Misshandlung / Gewalt

Unterlassene Hilfeleistung eines Verantwortlichen aufgrund von eigener Angst (vor Gewalt etc.), Co-Abhängigkeit oder Verlustangst gegenüber einem Opfer von emotionaler, verbaler, körperlicher und/oder sexueller Gewalt. 

wissende Zeuginnen/ Zeugen

 

Menschen, die Opfern und Überlebenden von emotionaler, (non)verbaler, physischer und/oder sexueller Gewalt glauben, ihre Wahrnehmung bestätigen und sie in ihrem Selbstwert und ihrer Gegenwehr / Resilienz stärken. Dies können Menschen aus dem nahen oder weiteren Umfeld sein wie FreundInnen, Verwandte, NachbarInnen, MitschülerInnen, LehrerInnen, KollegInnen, TherapeutInnen, AnwältInnen usw.

 

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Traumatherapie
 

 

Um traumatische Erlebnisse in therapeutischer Begleitung zu bewältigen, können folgende Phasen bzw. Bausteine hilfreich sein:

Feststellung der Traumatisierung / Diagnose der Traumafolgeerkrankung:
direkt nach der Traumatisierung oder nach Hochkommen des Traumas und erster Behandlung (zum Beispiel zum Abschluß eines Aufenthaltes in einer Klinik, einem Traumazentrum, in einer Therapie etc.).

Stabilisierungsphase:
Schaffung von Sicherheit; Wiedererlangung der Kontrolle über sich und seinen Körper/sein Leben; Erkennen und Abbau von destabilisierenden Mustern und Negativ-Mustern; Erlernen von Skills und Bewältigungsstrategien; soziale Unterstützung zur Schaffung stabiler Lebensbedingungen; möglichst keinen TäterInnenkontakt. Ressourcenaktivierung; Stärkung der Eigenverantwortlichkeit. 

Rekonstruktionsarbeit der traumatischenErinnerungen: 
das Aussprechen der Wahrheit als heilende Kraft, um das Trauma in dieBiografie integrieren zu können; Transformation der traumatischenErinnerungen; Trauern um Verlorenes; Verwandlung der ohnmächtigen Wut ingerechten Zorn. Dieser ermöglicht ein Gefühl der Stärke. 
Die Aufgabe von Rache-, Wiedergutmachungs- und Vergebungsphantasien (Wahre Vergebung kann erst gewährt werden, nachdem die/ der Schuldige darum gebeten und sich durch das Eingeständnis seiner Tat, durch Reue und Wiedergutmachung ihrer würdig erwiesen hat.)

Wiederanknüpfung im Leben und aktivesGestalten: 
Dies kann auch bedeuten, in seinem Umfeld das Schweigen über das Trauma zubrechen, und sich von der Last aus Scham, Schuld und Verantwortung zu befreien sowie  die Übergabe der Verantwortung an die Täter/innen.
Der Mensch werden, der man gerne sein möchte... (evtl. durch neue Bindungen, neue Aufgaben...)

Spätestens wenn innerhalb einer "normalen Psychotherapie" ein Trauma diagnostiziert worden ist oder "hochkommt", ist es Zeit, sich um einen Platz bei einer Spezialistin/ einem Spezialisten für die therapeutische Behandlung von Traumata zu kümmern. 
Diese TherapeutInnen haben zusätzliche Ausbildungen, um mit traumatisierten Menschen arbeiten zu können.


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Weiteres über Trauma


Wir alle erleben von unserer Kindheit an bis ins hohe Alter Dinge die neu undfordernd für uns sind - und das stellt erst einmal Stress bzw. ein Konflikt füruns dar.

Je flexibler wir auf eine Situation reagieren können, desto weniger kann diese uns treffen und Spuren der Überforderung hinterlassen.

Darüber hinaus gibt es Erlebnisse und Erfahrungen, die uns derart überfordern,daß eine bleibende Traumatisierung möglich ist. Dies können sein:

Unfälle
Arztdiagnosen
Naturkatastrophen
der Verlust vertrauter Menschen und auch Tiere
Gewalterfahrung, das sind: sexuelleGewalt, körperliche Gewalt, verbale Gewalt,

  geistig und emotionale Gewalt
Wohnungseinbrüche
Verwicklung in einen Kriminalfall
Täter-Trauma, also etwas getan haben,durch das man zum Täter wurde

Der häufigste Grund, warum ein Erlebnis zu einem Trauma werden kann, also zu einem unerlösten seelischen Konflikt, besteht darin, daß wir zum Zeitpunkt des Ereignisses nicht in der Lage waren adäquat auf dieses zu reagieren. Der natürliche Impuls wäre gewesen vor dem Ereignis wegzulaufen oder anzugreifen.War beides nicht möglich, können diese Eindrücke als Schock und Überforderung in uns gespeichert bleiben.

Nicht selten kommen in traumatischen Situationen auch das Erleben von extremer Hilflosigkeit und Ohnmacht hinzu, verbunden mit Todesangst, Panik und dem Empfinden von großer Verwirrung. Manchmal können sich sogar die damit verbundenen Gefühle abspalten und wir empfinden zu einem Ereignis gar nichts mehr. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange das Ereignis zurückliegt. Es können sogar Jahrzehnte vergehen, bis sich erste Reaktionen zeigen, also sichtbare Zeichen dafür, daß eine Überforderung bis heute nicht verarbeitetwerden konnte.

Ob eine Erfahrung als traumatisch erlebt und immer noch wirksam ist, hängt nicht von dem Erlebnis selbst oder dessen Schwere ab. Ein großes Ereignis kann verarbeitet sein, eine vermeidlich unwesentliche Erfahrung kann als bisher unüberwunden in uns wirken. Ein erlebter Schock oder belastende Erlebnisse werden grundsätzlich von unserem System erst mal selbst versucht zu verheilen und zuverarbeiten.

Sollten Sie gerade akut davon betroffen sein, kann ich Ihnen die typischen Verheilungszeichen genau darlegen und Ihnen damit vermitteln, wie sie die Selbstheilung am besten unterstützen und das, was jetzt mit Ihnen passiert helfen zu verstehen.

Wenn die entsprechenden Erfahrungen schon länger zurück liegen, kann man ansogenannten
Post-Traumatischen-Belastung-Störungen (PTBS) "ablesen", daß eine Überforderung Ihres Systems ist, die  immer noch nicht verarbeitet ist. Sie finden am Ende dieses Textes eine Auflistung mögliche Erscheinungsformendieser Belastungsreaktionen.

Die meisten davon können auch Symptome eines eigenständigen Themas sein. Lieg ihnen aber eine Traumatisierung zugrunde, werden Therapien, die nur dieseSymptome behandeln, aber nicht die zugrunde liegende Traumatisierung, logischerweise nicht helfen. Die Behandlung von Traumatisierungen und Post-Traumatischen-Belastung-Störungen erfordert eine vollständig andere Herangehensweise als klassische Therapien anbieten! Heute weiß man, daß das über-das-Erlebte-reden sogar therapiehinderlich ist, denn dies kann sogenannte Re-Traumatisierung hervorrufen, also ein Wiederaufleben der altenschmerzlichen Bilder und Gefühle - eine Verarbeitung findet dadurch jedochnicht statt!

Die Behandlung von traumatisierten Menschen und deren Belastungsreaktionen sollten ausschließlich von Therapeuten durchgeführt werden, die ein fundiertesWissen darüber haben und die Verfahren einsetzen können, die sowohl einfache- als auch komplexe Traumata behandeln können.

Mein Behandlungskonzept geht bewußt NICHT über das reine Gespräch. TraumatischeErfahrungen sind zum überwiegenden Teil im Unterbewußtsein gespeichert. Die Sprache des Unterbewußtseins setzt sich aus Bildern, Symbolen und Ritualen zusammen. Entsprechend setze ich Methoden ein, die in der Lage sind, dem Unterbewußtsein positive und heilende Mitteilungen zu überbringen. Dadurch können die entsprechenden Teile in uns die Erfahrungen ausgleichen, die während eines früheren Lebensabschnittes als negativ erfahren wurden.

Das ausführliche Reden über die Details der erfahrenen Erlebnisse ist dabei grundsätzlich nicht erforderlich, sie sind ja zum Glück vorbei – und so werden sie auch behandelt.

Geheilte Wunden bedeuten ein höheres Maß an innerem Frieden, sowie weniger emotionales und körperliches Leiden. Oft werden dadurch auch Probleme gelöst,  die einen schon eine sehr lange Strecke des Lebens begleitet haben und die durch herkömmliche Methoden nicht aufzulösen waren. Viele erleben mehr Gelassenheit, weniger Schuldgefühle und ihre Partnerschaften und Beziehungen verbessern sich.

Traumatische Erfahrungen müssen uns nicht unser Leben lang begleiten undFortschritte verhindern, die uns sonst möglich wären. Es ist zu jeder Zeitmöglich, also egal wie lange die traumatische Erfahrung bzw. Zeit her ist, dasSchwere leicht zu machen :-).


 

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© Praxis für Psychotherapie, Hypnose und Psychologische Beratung nach dem Heilpraktikergesetz - Christian Demmel - Heilpraktiker (Psychotherapie)

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